Das Handeln Gottes
Überlegungen im Anschluss an Wolfhart Pannenberg und Augustin
DOI:
https://doi.org/10.71956/cdth001-art01Abstract
Der Begriff des „Handelns Gottes“ kann als ein Integrationsbegriff in der Gotteslehre benutzt werden, der die Ewigkeit Gottes mit verschiedenen loci der materialen Dogmatik verknüpft. Dabei wird „Handeln“ ebenso von einzelnen Handlungen abgegrenzt wie als Terminus der Gotteslehre von der Anwendung im endlichen Bereich abgehoben. Für die genauere Modellierung des Begriffs erweist sich die Beschreibung von Pannenberg als hilfreich, der als Bedingungen der Moderne die Bevorzugung der Relationen gegenüber Substanzen und die Berücksichtigung des Prozesshaften, das erst vom Ende her seine Identität findet, formuliert. Ein Vergleich mit Augustin zeigt, dass diese beiden Forderungen keineswegs so modern sind, wie Pannenberg suggeriert. Der Blick auf das Zeitkonzept Augustins und seine Vorstellungen von der wirksamen und gestuften Präsenz Gottes in der Welt werden als Anregungen diskutiert, die deutlich machen, dass der Begriff des Handelns weder auf eine allgemeine Schöpfungslehre noch auf die Frage nach der Heilsgeschichte oder gar den Wundern reduziert werden kann. Er kann aber sehr wohl als Integrationsbegriff entwickelt werden, der die Gesamtheit von Gottes Verhältnis zur endlichen Welt beschreibt. Sein spezifischer Charakter ist weder denkerisch noch sprachlich präzise einfangbar, zeigt sich jedoch, so die Annahme des christlichen Glaubens, im Christusereignis.
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