Pest – Hunger – Krieg
Das Handeln Gottes und die Sünde des Menschen
DOI:
https://doi.org/10.71956/cdth001-art02Abstract
Menschen des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit besprachen das ›Handeln Gottes‹ insbesondere dann, wenn sie von existenziellen Bedrohungen heimgesucht wurden. Seuchenzüge, Hungersnöte und Kriege waren Anlass, mit einem zornigen Gott zu rech-nen, der die Sünden der Menschheit strafte. Biblische Muster von Heimsuchung, Interzession und Erlösung verbanden sich mit der Verehrung der Jungfrau Maria und der Heiligen.
Die Aufklärung unterzog dieses theologische Muster einer doppelten Kritik: Zunächst glaubten die Physikotheologen, von ihrer Faszination angesichts einer wohlgeordneten Natur auf einen weisen und gütigen Weltenlenker schließen zu können. Dann aber führte die Naturkatastrophe des Erdbebens von Lissabon (1755) die Kritik Voltaires weit darüber hinaus. Er stellte die Erfahrung menschlichen Leidens radikal gegen die Vorstellung eines planvoll handelnden Gottes.
In der Moderne und Postmoderne sind diese Muster noch erstaunlich leicht aufzufinden. Einer interreligiösen Theologie kommt die Aufgabe zu kritisch zu untersuchen, wer sich mit welchen Absichten dieser Muster bedient.
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