Vom Rand ins Zentrum Muslimische Handlungsfähigkeit und die Dynamik der Wechselintegration
DOI:
https://doi.org/10.71956/cdth.v3i1.4162Schlagworte:
Muslime, Deutschland, MaginalisationAbstract
Der Beitrag Vom Rand ins Zentrum analysiert den deutschen Islamdiskurs, der stark von rechtlichen und sicherheitspolitischen Kategorien geprägt ist. Er plädiert für eine De-Religionalisierung migrationsbezogener Debatten zugunsten historischer und sozialer Perspektiven. Zentrale Konzepte sind Wechselintegration – als dynamischer Aushandlungsprozess zwischen Minderheiten und Mehrheitsgesellschaft – und Resonanz (nach Hartmut Rosa), die gesellschaftliche Teilhabe als beidseitige Transformation versteht. Unter Rückgriff auf Derridas hostipitalité wird gezeigt, dass Zugehörigkeit stets an Machtverhältnisse gebunden bleibt. Eine ethisch fundierte islamische Theologie, die sich an der aḫlāq-Tradition orientiert, kann neue Resonanzräume schaffen und der Überislamisierung des Integrationsdiskurses entgegenwirken. Der Weg vom Rand ins Zentrum erfordert so nicht bloße Anpassung, sondern strukturellen Wandel und aktive Mitgestaltung durch postmigrantische Akteure.
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