»Ich bin hier ein Imam für alles« – Religiöse Autorität in der Praxis

Eine ethnografische Fallstudie mit Imamen in Deutschland

Autor/innen

  • Abdelghafar Salim

DOI:

https://doi.org/10.71956/cdth.v3i1.4161

Schlagworte:

Ethnographie, Muslime in Deutschland

Abstract

Der Beitrag untersucht auf der Grundlage ethnografischer Feldforschung die Rollen und Aufgaben von Imamen in verbandsunabhängigen Moscheegemeinden in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Imame die ihnen zugeschriebenen Rollen und Erwartungen im alltäglichen Handeln aufgreifen und teilweise strategisch ausnutzen, um religiöse Autorität herzustellen, zu stabilisieren oder auszubauen. Besonderes Augenmerk gilt den strukturellen Rahmenbedingungen verbandsunabhängiger Moscheen, die durch geringe formale Regulierung und einen hohen Grad an Selbstorganisation gekennzeichnet sind. Diese Konstellation eröffnet Imamen erweiterte Handlungsspielräume, in denen religiöse Autorität situativ ausgehandelt und gefestigt wird. Der Beitrag leistet damit einen empirisch fundierten Beitrag zum Verständnis des Berufsfeldes Imam und der damit verbundenen Erwartungen und Herausforderungen im deutschen Kontext.

 

Autor/innen-Biografie

Abdelghafar Salim

Abdelghafar Salim ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für islamisches Recht am Zentrum für islamische Theologie in Tübingen. Zuvor war er Forscher am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/ Saale. Er forscht an der Schnittstelle von Recht, Ethik und praktischer Theologie im Islam. Seit 2023 ist er Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR).

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Veröffentlicht

30.07.2026